Treuhänder

Employer Brand – als Treuhandunternehmen geeignete Fachkräfte anziehen und binden

Speziell in der Treuhandbranche spitzt sich der Fachkräftemangel immer weiter zu. Zahlreiche Stellen lassen sich gegenwärtig nur noch mit erheblichem Rekrutierungsaufwand besetzen, wobei gleichzeitig die Mitarbeiterloyalität abnimmt.

Mitarbeitende verlassen heute viel schneller ihre Arbeitsstelle, was sich beispielsweise an der gestiegenen Mitarbeiterfluktuationsrate zeigt. Wie können Sie als Treuhandunternehmen diesen zwei Herausforderungen entgegenwirken? Ein erste Massnahme: der Aufbau von einem attraktiven und vor allem authentischen Employer Brand!

Vorab – viel hilft nicht viel

«Wir erstellen jetzt so einen Employer Brand, damit auch wir endlich mehr Bewerbungseingänge verzeichnen.» Wenn Sie mit dieser oder einer ähnlichen Einstellung ans Werk gehen, dürfte der anfängliche Enthusiasmus schon bald in Frustration münden. Ein Employer Brand soll nämlich nicht quantitativ, sondern viel mehr qualitativ wirken.

Mit einer attraktiven und authentischen Arbeitgebermarke (Employer Brand) ziehen Sie primär diejenigen Fachkräfte an, welche wirklich zu Ihrem Treuhandunternehmen passen. Dadurch verzeichnen Sie zwar mengenmässig weniger, dafür aber qualitativ bessere Bewerbungseingänge.

Aber bitte authentisch

Mithilfe der Arbeitgebermarke differenzieren Sie sich von konkurrenzierenden Treuhandunternehmen auf dem Arbeitsmarkt und zeigen, was Sie als Arbeitgebenden auszeichnet. Viele Unternehmen begehen dabei den Fehler, den Fachkräften das Blaue vom Himmel zu versprechen oder ihre Stelleninserate mit nichtssagenden Floskeln zu füllen.

Klassische Plattitüden, wie beispielsweise «ständige Weiterbildung», «flache Hierarchien» oder «flexible Arbeitszeiten», klingen schön und lassen sich dementsprechend beinahe in jeder Stellenausschreibung wiederfinden. Doch oftmals entsprechen diese Versprechungen nicht der Realität.

So wirbt nicht selten ein äusserst hierarchisches Treuhandunternehmen mit «flachen Hierarchien» und «grossem unternehmerischen Spielraum», was im Endeffekt die mit viel Aufwand angelockten Fachkräfte verärgert und enttäuscht. Deshalb gilt es attraktive, aber vor allem authentische Eigenschaften zu eruieren und gezielt zu vermitteln.

Schritt für Schritt zum massgeschneiderten Employer Brand

Ob bewusst oder unbewusst – jedes Unternehmen verfügt über eine Arbeitgebermarke. Doch einen Wettbewerbsvorteil können Sie nur dann erzielen, wenn Sie die eigenen Stärken kennen, präzisieren und zielgruppenadäquat kommunizieren. Dazu empfiehlt sich ein mehrstufiges Vorgehen.

Schritt 1 – eine detaillierte Zielgruppedefinition

Ein universaler Employer Brand für die gesamte Belegschaft reicht oftmals nicht aus, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen nachzukommen. So dürften beispielsweise Lehrabgängerinnen und -abgänger ein differenziertes Bild von einem attraktiven Arbeitgeber im Kopf haben als Wiedereinsteigerinnen nach einem Mutterschaftsurlaub.

In einem ersten Schritt empfiehlt es sich deshalb, folgende Fragen zu klären: Welche Fachkräfte möchte ich überhaupt für mein Treuhandunternehmen gewinnen? Was für Erwartungen stellen diese Individuen an ihren Arbeitgebenden? Und welche Kommunikationskanäle nutzt die anvisierte Zielgruppe?

Eine Persona als Archetypen für die Zielgruppe

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie Sie an entsprechende Informationen über die Zielgruppe gelangen. Nebst Studien ist diesbezüglich vor allem die Entwicklung einer Persona empfehlenswert, welche symbolisch für die Eigenschaften, Verhaltensweisen sowie Vorlieben einer Zielgruppe steht.

Eine entsprechende Persona lässt sich ganz einfach und schnell mit einem Interview herleiten und definieren. Als Interviewpersonen können Sie auf bestehende Mitarbeitende oder externe Fachkräfte aus der Zielgruppe zurückgreifen.

Schritt 2– eine ehrliche Unternehmensanalyse

Nach der Zielgruppenanalyse geht es nun darum, den Fokus auf Ihr Treuhandunternehmen und dessen Stärken sowie Schwächen zu legen. Was schätzen die Mitarbeitenden an Ihrem Unternehmen? Verfügen Sie z. B. über ein besonders familiäres Arbeitsklima?

Veranstalten Sie tolle Team-Events, welche Ihre Mitarbeitenden schätzen? Verfügen Sie etwa über einen starken Auftritt auf den sozialen Medien? Am geradlinigsten lässt sich die Unternehmensanalyse mithilfe einer einfachen SWOT-Analyse durchführen.

Um dabei aussagekräftige und vor allem authentische Resultate zu erzielen, sollten Sie sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Erarbeitungsprozess mit einbeziehen. Der Einbezug kann als Motivationsfaktor dienen und vermittelt Ihnen ein noch umfassenderes Bild über die Stärken und Schwächen.

Ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung

Angenommen ein etabliertes Treuhandunternehmen aus dem Raum Zürich möchte mehr junge Treuhandfachkräfte (Zielgruppe) für sich gewinnen und langfristig binden. Basierend auf dieser kurzen Ausgangslage, könnte die entsprechende SWOT-Analyse wie folgt aussehen:

Beispiel einer SWOT-Analyse, eigene Darstellung

Aus dieser Analyse gilt es nun, den Employee Value Proposition (EVP) zu bestimmen. Selbstverständlich hilft Ihnen das Analyse-Tool auch, Schwächen und Risiken optimal zu bewirtschaften. Aus der obenstehenden Analyse können Sie z. B. konkludieren: Das Treuhandunternehmen sollte unbedingt die Online-Präsenz ausbauen.

Schritt 3 – die Entwicklung von einem EVP

Der Employee Value Proposition (EVP) zeigt, was Sie als Arbeitgebenden auszeichnet und wie Sie sich von der Konkurrenz abheben. Folglich heisst es nun, die ermittelten Stärken mit den Erwartungen der Zielgruppe zu verknüpfen.

Führen wir das Beispiel von oben weiter, könnte der EVP für das fiktive Treuhandunternehmen etwa wie folgt lauten:

Familiäre Arbeitsatmosphäre: Wir ziehen alle an einem Strang und pflegen einen offenen sowie regelmässigen Austausch mit allen Mitarbeitenden. In unserer von Vertrauen geprägten Firmenkultur können Sie sich fachlich und menschlich weiterentwickeln sowie an Ihren Aufgaben wachsen.

Team-Events: Paris, München, Lissabon und Madrid. Das sind nicht die Feriendestinationen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern die Ausflugsziele unserer jährlichen Team-Weekends.

Mentoring: Sich in einem neuen Arbeitsumfeld zurechtzufinden, ist nicht einfach. Deshalb erhalten Sie bei uns einen persönlichen Mentor/in, der stets an Ihrer Seite steht. So unterstützt Sie der Mentor/in bei Ihrer individuellen Karriereplanung und viel weiteren Anliegen.

Schritt 4 – Ihren EVP platzieren

Zu guter Letzt müssen Sie natürlich den ermittelten EVP optimal vermitteln. Denn der beste Employer Brand nützt Ihnen nichts, wenn die Zielgruppe keine Kenntnis von diesem hat. Diesbezüglich können Sie auf die gewonnen Erkenntnisse aus Schritt 1 zurückgreifen.

Präferieren z. B. junge Treuhänderinnen und Treuhänder Instagram als Kommunikationskanal, sollten Sie dort Ihren Auftritt ausbauen. Möchten Sie hingegen erfahrene Steuerexperten/in für Ihr Treuhandunternehmen gewinnen dürfte die Schaltung von Inseraten in Fachzeitschriften oder der Besuch von Absolventenmessen grössere Erfolgschancen versprechen.

Loslegen und profitieren

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Entwicklung von einem attraktiven und vor allem authentischen Employer Brand bildet die erste Massnahme, um sich im «War for Talents» eine optimale Ausgangslage zu verschaffen. Dabei gilt es in einem ersten Schritt, eine fundierte Zielgruppen- sowie Unternehmensanalyse vorzunehmen.

Basierend auf diesen zwei Elementen lässt sich ein attraktiver und authentischer EVP ableiten Wenn Sie nun noch den richtigen Kommunikationskanal wählen, können Sie sich schon bald über geeignete Mitarbeitende freuen. Der Aufwand lohnt sich bestimmt!

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